Der Menszyklus in Zeiten von Wandel

DörteUnkategorisiert

Wir durchleben gerade eine Zeit des Wandels und der Unsicherheit gegenüber der Zukunft. Jeder Mensch erlebt diese Phase anders. Jeder hat andere Herausforderungen, Ängste oder auch unerwartete Freiheiten. Während manche mit Existenzangst kämpfen oder unter der Isolation leiden oder sich überfordert vom stay at home Familienalltag fühlen, erfreuen sich andere daran mal zur Ruhe zu kommen und nicht im ewigen Hamsterrad rennen zu müssen. Diese Situation fordert jeden von uns und jeder hat eine andere Art, emotional mit Wandel umzugehen.

Diese äußere Veränderung hat demnach auch Auswirkungen auf die tägliche Gefühlswelt. Deswegen ist es gar nicht verwunderlich, wenn der Menszyklus sich auch anders anfühlt. Zum Beispiel länger oder kürzer ist als sonst. Die Menstruation mit besonders starken Krämpfen und Unwohlsein einhergeht. Der Kopf ohne Ende rattert. Die kritischen Stimmen besonders laut sind und allgemein wenig Energie da ist. Der Menszyklus ist ein ganz feinfühliges Barometer für Stress, welches genauestens auf Veränderungen im Körper, Psyche und der Umwelt reagiert.

Es ist jetzt besonders wichtig, sich Zeit zu nehmen für sich, präsent zu sein mit Gefühlen, die hohen Erwartungen an sich selbst über Bord zu schmeißen, liebevoll und großzügig mit sich zu sein, sich zuzugestehen, nichts erreichen zu müssen, nicht für alles und jeden zuständig sein zu müssen, nicht so leistungsfähig zu sein wie vielleicht sonst zu bestimmten Zeiten im Zyklus. Jetzt heißt es, alle „das tut mir gut“ Rituale, die du kennst, anzuwenden.

Und weil die „das tut mir gut“ Rituale meistens das Erste sind, was aus dem Bewusstsein verschwindet in Zeiten von Stress und Wandel, möchte ich hier ein paar mögliche Rituale mit dir teilen.

Der Menszyklus folgt einem Muster von Energieanstieg und Energieabfall. Der Energieanstieg erreicht seinen Höhepunkt um die Eisprungszeit und der Energieabfall während der Menstruation. Diese zwei Hälften können aufgeteilt werden in vier Phasen:

Menstruation – Winter
Diese Phase ist das Ende eines Zyklus und Beginn eines neuen Zyklus. Der Körper ist damit beschäftigt, die Gebärmutterschleimhaut loszulassen. Körper und Geist benötigen Ruhe und Stille, um loslassen zu können und Kraft zu tanken für den neuen Zyklus. In dieser Phase fühlen sich Frauen oft emotional dünnhäutig. Es kann also sein, dass du gerade in dieser Zeit, deine Gefühle besonders stark wahrnimmst.

Vielleicht hat sich dein Tagesablauf geändert, teilst den Tag mit deiner Familie und hast noch weniger Raum für dich als sonst. Vielleicht ist dein Kopf besonders aktiv, weil du nach Lösungen für deine jetzige Situation suchst oder dich Gefühle wie Trauer und Angst beschäftigen.

„das tut mir gut“ Rituale für den Winter

  • nimm dir eine Auszeit! Auch 5 Minuten für dich, helfen deinem Körper.
  • ruhe dich aus, lass die Gedanken treiben, nimm die Erde unter dir wahr
  • lausche der Sprache deines Körpers
  • Was hilft jetzt deinem Körper sich zu entspannen?
  • Was hilft jetzt deinem Kopf, sich zu entspannen?
  • Gibt es einen lieben Menschen, der dir zuhören kann, wenn es gerade emotional schwer ist für dich?

Die Prä-ovulation – Frühling
In dieser Phase sprudelt das Leben wieder los und mitunter kann es hier zu einem richtigen Energieschub kommen, der mit kreativen Ideen einhergeht. Auch der Wunsch wieder mehr unter Menschen zu sein, Neues auszuprobieren, kann sich einstellen.

Vielleicht kommt dieser Energieschub gerade nicht und du fühlst dich eher müde und unmotiviert irgendetwas zu tun, weißt nicht wohin mit dir oder setzt dich unter Druck, mehr tun zu müssen.

„Das tut mir gut“ Rituale für den Frühling

  • gehe langsam in die Frühlingsphase deines Zyklus
  • überlege dir deine Prioritäten
  • Was ist jetzt gerade wirklich wichtig?
  • Was sind die 2 -3 Dinge, die unbedingt erledigt werden müssen?
  • Gib dir eine Struktur, um diese Dinge zu erledigen. Eine Struktur, die sich gut anfühlt für dich.
  • Worin kannst du deine Kreativität channeln? Gibt’s ein Projekt, was du schon lange mal zu Hause angehen wolltest? Zum Beispiel Gitarre spielen lernen….

Ovulation – Sommer

In dieser Phase heißt es volle Kraft voraus, Alles ist möglich mit ganz viel Spaß und Genuß. Die Leistungsfähigkeit und der Wunsch mit Menschen zu sein ist hier besonders hoch.

Der innere Sommer ist gerade sehr eingeschränkt für die Menschen, die alleine wohnen. Vielleicht sehnst du dich nach Kontaktmöglichkeiten, die es sonst gab, aber jetzt wegfallen. Oder kannst Freunde, PartnerInnen und Familie nur noch online oder per Telefon besuchen. Vielleicht hättest du gern Spaß und Genuß, aber das Familienleben ist einfach nur anstrengend und fordert dich in deinen emotionalen Kapazitäten.     

„Das tut mir gut“ Rituale für den Sommer

  • nimm die kleinen Momente in deinem täglichen Leben wahr, die dir Freude und Genuß bringen  
  • Bring den Fokus auf das, was schön ist in deinem Leben
  • Tägliche Auszeit in der Natur
  • Wie bewegt sich dein Körper gern?
  • Welchen Sport/Bewegung kannst du zu Hause machen oder online zusammen mit anderen?
  • Was bereitet dir Genuß? Und dann schenke dir diesen Genuß!
  • Es ist ok, müde zu sein und nur das Allernötigste zu machen!

Die Prä-menstruelle Phase – Herbst

Der Herbst bringt Fokus aber auch Verlangsamung mit sich. Die Schaffenskraft nimmt ab, der Körper stellt sich auf Nestbau oder Loslassen ein. Die Emotionen liegen näher an der Oberfläche und der Wunsch nach Abgrenzung, Raum für sich, wird spürbar. Der Herbst ist auch das Zuhause der inneren, kritischen Stimmen. Und es ist in dieser Phase, dass sich körperliches Unwohlsein wie z. B. schmerzende Brüste, Blähung, Kopfschmerzen einstellen kann.

Vielleicht wirst du deinen Ansprüchen an dich selbst gerade überhaupt nicht gerecht, schaffst nur die Hälfte von dem, was du sonst schaffst, fühlst dich überfordert und verunsichert. Oder nimmst dir zum ersten Mal mehr Zeit für dich und wachst mit schlechtem Gewissen auf. Die kritischen Stimmen haben gerade sehr viel Nährboden, denn wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Zeit. In einer Zeit, die nicht planbar ist und in der Flexibilität und Kreativität gefragt sind.

„Das tut mir gut“ Rituale für den Herbst

  • sei liebevoll mit dir und deinem Körper
  • Selbstmassage, um deinen Körper, deine Grenzen zu spüren
  • höre dir selbst zu, redest du nicht liebevoll mit dir, ist eine kritische Stimme
  • reduziere alles, was dich irgendwie ins Vergleichen bringt z.B. soziale Medien
  • Was stresst oder beunruhigt dich gerade am meisten?
  • erde deinen Körper mit Spaziergängen in der Natur oder Meditation oder Musik
  • bewege deinen Körper, schüttel den Stress heraus
  • atme ganz bewusst

Während die Welt sich verändert, kann der Menszyklus gerade jetzt Halt und Stabilität durch seine beständige Struktur geben. Mit sich präsent zu sein, hilft, sich in dieser Struktur kennenzulernen und so die Wellen der Veränderung einfacher nehmen zu können. 

Für das tägliche Aufzeichnen deines Zyklus, habe ich das Zyklus Journal „Zyklen leben“ kreiert.  https://weavingcycles.com/shop/